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Zum Start des Kampagnenjahrs 2007 der Globalen Bildungskampagne appellieren Schülerinnen und Schüler aus Europa und Afrika im Europäischen Parlament für mehr Engagement im Bildungsbereich |
Im Europäischen Parlament in Brüssel versammelten sich am 30. Januar 37 Kinder und Jugendliche aus Ländern Europas, dem Senegal und Argentinien mit einem bestimmten Ziel vor Augen: Bildung für Alle!
Zum offiziellen Start des Kampagnenjahrs der Globalen Bildungskampagne unter dem Motto „Hand in Hand für Bildung – Menschenrechte jetzt anpacken!“ diskutierten die Kinder und Jugendlichen mit 25 Europa-Abgeordneten aus Großbritannien, Dänemark, Irland und Spanien, einem Mitglied der Europäischen Kommission und mit Botschaftern aus Ländern des Südens. Sie wollten erfahren, was die Politikerinnen und Politiker unternehmen, damit künftig alle Kinder dieser Welt eine Schule besuchen können. Die Veranstaltung wurde von der britischen Europa-Abgeordneten Glenys Kinnock geleitet.
Die Schülerinnen und Schüler machten auf den skandalösen Zustand aufmerksam, dass weltweit immer noch über 80 Millionen Kindern der Schulbesuch - und damit ihr Recht auf Bildung – verwehrt bleibt, weil sich die Regierungen reicher wie auch armer Länder nur unzureichend oder gar nicht für Bildung in armen Ländern einsetzen.
Die sieben deutschen Jugendlichen stellten die Frage, warum gerade die Bundesrepublik keinen angemessen finanziellen Beitrag zur schnelleren Umsetzung des Ziels „Bildung für Alle“ (Fast-Track-Initiative) leistet. Denn Deutschland, so die Schülerinnen und Schüler, habe doch mit der EU-Ratspräsidentschaft die Möglichkeit und auch die Verantwortung mit gutem Beispiel voran zu gehen und die europäischen Mitgliedstaaten zu einem größeren Engagement für Bildung aufzurufen. Da keine deutschen Europa-Abgeordneten an der Veranstaltung teilnahmen, blieb eine direkte Antwort auf diese Frage aus. Allerdings berichtete Glenys Kinnock von ihrem Gespräch mit Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul kurz vor Beginn der Veranstaltung, in dem die Ministerin erklärte hatte, dass Deutschland sich insbesondere für eine verbesserte Gesundheitsversorgung und bei der Bekämpfung von HIV/AIDS engagieren wird. Glenys Kinnock habe darauf erwidert, dass Gesundheit nicht ohne eine angemessene Förderung von Bildung realisiert werden kann. Deutschland müsse daher seine EU-Ratspräsidentschaft und seinen G8-Vorsitz in diesem Jahr nutzen, um eine stärkere Förderung der Bildung in armen Ländern voran zu treiben.
Glenys Kinnock erinnerte daran, dass die europäischen Mitgliedstaaten 2005 vereinbart haben, bis 2010 die Entwicklungshilfe um 40 Milliarden US Dollar pro Jahr zu erhöhen. Dieses Versprechen müsse unbedingt gehalten werden, wobei mindestens 20 % der zusätzlichen Entwicklungsgelder in den Bereich der Grundbildung fließen muss, damit das Ziel der „Bildung für Alle“ tatsächlich erreicht werden kann. Somit könnten insbesondere die europäischen Staaten einen wichtigen Beitrag leisten, um die Zukunftschancen für Millionen Kinder entscheidend zu verbessern.
„Schweden, Dänemark und die Niederlande haben bereits positive Signale gesetzt und zusätzliche Gelder für Grundbildung in Entwicklungsländern bereitgestellt“, führte Glenys Kinnock weiter aus. Auch England habe weitere 15 Milliarden US Dollar über einen Zeitraum von 10 Jahren zugesagt. Nun komme es darauf an, dass die anderen europäischen Länder diesem Beispiel folgten. Aber auch reiche Länder außerhalb Europas, wie Japan und die USA, müssten ihre Beiträge signifikant erhöhen, um der globalen Bildungskrise endlich ein Ende zu setzen.
Nelson Mandela äußerte während eines Treffens mit der Global Campaign for Education in Mosambik: „Wenn alle Kinder dieser Welt sich zusammenschließen, sind sie mächtiger als jede Regierung!“ In diesem Sinne bildete die Diskussionsveranstaltung im Europäischen Parlament den Auftakt für viele weitere Aktionen in 2007. So ruft die Globale Bildungskampagne in mehr als 120 Ländern Unterstützerinnen und Unterstützer dazu auf, „Hand in Hand“ an der längsten Kette der Welt mitzuwirken, die die internationale Unterstützung für das Ziel „Bildung für Alle“ zeigen soll. Dazu werden Kinder und Erwachsene selbst gebastelte Figurenketten an Politikerinnen und Politiker übergeben oder Menschenketten für Bildung an vielen symbolträchtigen Schauplätzen rund um den Globus bilden. Die Globale Bildungskampagne vereint Entwicklungsorganisationen, zivilgesellschaftliche Netzwerke und Bildungsgewerkschaften aus über 150 Ländern, um mit Lobby-Arbeit, Informationsveranstaltungen und Kampagnen-Aktionen auf das weltweite Bildungsproblem aufmerksam zu machen.
Erster Höhepunkt und Auftakt des jeweiligen Kampagnenjahres ist die weltweite Aktionswoche, die alljährlich Ende April in Zusammenarbeit mit Schulen stattfindet. Seit 2003 nehmen regelmäßig auch Schülerinnen und Schüler aus Deutschland teil. |
AKTIONEN 2007
Berichte zu den Globalen Aktionswochen
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